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Führung 4.0 – was soll das ?

Andreas Trautmann, 7. Mai 2018
Das Thema Mitarbeiterführung in industriellen Organisationen umgibt bisweilen den Nimbus des Mysteriösen und des Erhabenen. Gleichzeitig herrscht aber auch der Geist des Vagen und Unbestimmten in einem ganz erheblichen Masse vor.
Auf was genau ist zu achten damit Führung erfolgreich sein kann? Und zwar langfristig und eben nicht nur kurzfristig !

Junge Führungskräfte mögen zu Ihrem älteren Kollegen aufschauen und sich insgeheim fragen, was macht der denn so anders, dass er so schnell nach oben steigen konnte? Stufe um Stufe. Gerade so, als hätte er den ganz speziellen Weg gefunden, wie es geht und nichts kann ihn jetzt mehr auf dem Weg zur Spitze aufhalten. Die Zahlen stimmen und die Mitarbeiter sind hoch motiviert.

Wird man als Führungskraft geboren?

Einen vergleichbaren Effekt gibt es meiner Beobachtung nach auch häufig bei älteren Führungskräften, die die jungen Führungskollegen argwöhnisch beäugen und manches Mal verunsichert fragen, was ist denn nun genau gemeint mit Führung 4.0 – was soll das denn jetzt schon wieder ? Was erwarten Mitarbeiter von heute? Erwarten sie etwas anderes als früher?
Seien wir doch mal ehrlich. Weiss jemand wirklich in allen Belangen wie „es“ geht. Egal ob alt oder jung, früher oder heute.
Natürlich nicht ! Das kann es ja auch gar nicht geben. Dafür spielen viel zu viele Faktoren gleichzeitig eine Rolle. Dafür sind der Kontext und die Kultur im Unternehmen zu individuell, genauso wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst.

Aber genau das gestehen sich wenige wirklich ein. Genau das Gegenteil wird häufig suggeriert. Jetzt musst Du nur noch auch auf Y achten und schon flutscht es wieder in Deinem Laden.

Leider häufig zu kurz gegriffen. Wenn alles so einfach wäre, gäbe es ein einziges Rezept und alle würden dann ganz automatisch das „Richtige“ tun, wenn sie diesem Rezept folgen und somit wären dann alle automatisch erfolgreiche Führungskräfte und alles wäre gut.

Weitere wichtige Fragen sind: Was ist der Unterschied im Anstreben und Erreichen der Zufriedenheit der Vorgesetzten der Führungskraft selbst und dem Anstreben und Erreichen der Zufriedenheit der eigenen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Die Aussagen reichen von „wenn ich noch Zeit habe, dann führe ich meine Mitarbeiter“, „meine Mitarbeiter sind mir völlig fremd“ bis hin zu „meine Mitarbeiter lieben mich über alles“.
Was hat all dies mit Effizienz und Effektivität im Business zu tun? Wie bringe ich all dies in Einklang in einem Umfeld sich ständig verändernder Rahmenbedingungen? Warum überhaupt muss sich immer alles ändern? War früher alles besser? Wird es zukünftig besser werden? Alter Wein in neuen Flaschen?
Ich bin der Meinung, das ist gar nicht so weit hergeholt.

Es sollte und muss doch etwas geben, welches sich als zeitlos und immer hilfreich und stützend in der Führung erweist.

Etwas, was einem Stärke, Mut und Zielstrebigkeit in der Führung, unabhängig von Trends, geben kann. 

Aber was ist das genau?

Lassen Sie uns darüber sprechen. Am liebsten in einem meiner Seminare oder in einem individuellen Coaching. Ich freue mich auf Sie.

Was hat
Projekt-Management
mit Jazz zu tun ?

Andreas Trautmann, 6. April 2018
Ich sitze am Computer und bereite gerade einen Vortrag über Projektmanagement vor. Im Hintergrund läuft ein Jazz Stück, das mich spontan an die Zeit erinnert, in der ich in Clubs und Kellern mit meiner eigenen Jazz Band gespielt habe. Meine Anfänge als Jazzmusiker sind schon etliche Jahre her und ich erinnere mich noch, wie es war, als ich meine erste Band gegründet habe.
Ich musste damals, nachdem ich einige Stücke komponiert hatte, Personen zusammensuchen, die zum Ganzen passen, die ihre Instrumente beherrschen und an der gemeinsamen Richtung interessiert sind. Musiker mit denen man vertrauensvoll kooperieren kann und die in allen Lagen verlässlich sind und bleiben.
Diese Zeit hat mich nachhaltig geprägt. Manchmal habe ich einen nicht so erfahrenen, aber dafür hochmotivierten, Anfänger einem Virtuosen bevorzugt, wenn es gepasst hat. Meine Erfahrungen damit waren durchweg gut. Die Motivation spielt oft eine grössere Rolle als nur das bare Können. Wie war das damals genau und was hat das mit Projektmanagement zu tun ? Ich staune, wie viel Parallelen es gibt, die mir jetzt ganz plötzlich bewusst werden.
Ich erinnere mich noch sehr gut als mir ein Kollege und Projektleiter einmal sagte, er fühle sich wie einzementiert, denn sein Projekt stagniere geradezu und er wüsste einfach nicht mehr weiter. Es hatte alles wunderbar angefangen. Aber jetzt fühle er sich, als wenn er einen schweren Tanker mit einem Finger in eine andere Richtung lenken müsse und langsam fehle die Kraft.
Was war geschehen ?
Anfangs scheint bei vielen Projekten alles in guten Bahnen zu laufen. Aber mit fortschreitendem Projektverlauf fallen so manches Mal Dinge auf, die in der Erst-Planung vergessen wurden oder es treten unvorhergesehene Störfaktoren auf. Wie gehen wir damit um im Projekt ? „Ach ja, das schaffen wir noch unterzubringen“. Termine werden überschritten. „Das kriegen wir noch“. „Wir haben noch Reserven“. Die Wochen und Monate vergehen. Dinge bleiben unausgesprochen, unadressiert und damit ungelöst. Die Last wächst, bis eines Tages die Wahrheit sich unerbittlich Bahn bricht und man Farbe über nicht erfüllbare Projektziele bekennen muss, weil es nicht mehr anders geht.
Wenn es im Jazz, aus welchem Grund auch immer, disharmonisch wird, wird man, gerade dann, noch stärker aufeinander achten und zuhören, um gemeinsam die Harmonie und den Takt möglichst schnell wiederzufinden und dabei das Stück nicht abbrechen zu müssen. Es braucht dabei lösungsorientierte Kreativität in Verbindung mit Intuition und Vertrauen. Lösungen passieren dann spontan im Gleichklang aller.
Ich würde mir wünschen viele Projektverantwortliche und Projektmitarbeiter würden sich mehr am Vorbild Jazz anlehnen. Ich sollte mehr darüber sprechen und dies in meine Vorträge einbauen. Gehen Sie doch einmal auf ein Konzert und beobachten Sie es dort.

Eine Geschichte von Veränderung, Vertrauen und Verantwortung

Andreas Trautmann, 6. April 2018

Die Welt ist komplex, sagt man.

Aber warum ist das so?

Muss das so sein?

Wie kann ich selbst mit echter und scheinbarer Komplexität umgehen?

Wann ist Komplexität echt?

Habe ich die Komplexität an manchen Stellen selbst erschaffen?

Warum fällt der Umgang damit manchen Menschen leichter und anderen wiederum schwerer?

Kann ich Komplexität reduzieren oder gar vermeiden? Geht das? Wenn ja, wie? 

Veränderung, die zu belastender Komplexität führen kann, findet im Kleinen, wie im Grossen statt. Im Inneren und im Äusseren. Veränderung verlangt nach einer für uns passenden und stimmigen Antwort unsererseits. Grundlegend möchten wir alle unser Leben positiv gestalten. Das Leben stellt uns eine Aufgabe und wir antworten darauf mit einer Entscheidung, Tat, Lösung.
Das ist „Ver-Antwortung“. Dies zu tun erfordert eine gewisse Flexibilität. Diesen Prozess des Antwortens in Windeseile zu beherrschen ist schick und modern geworden. „Schneller, höher, weiter,…“, „Ist doch ganz einfach…“, „Mach doch einfach…“. Aber ist die flexible, schnelle, einfache Antwort die für uns passende und stimmige? Was genau führt uns zur passenden Antwort? Was passiert, wenn wir mehr auf unsere innere Stimme hören? Was passiert, wenn wir uns wieder mehr vertrauen? Ich möchte dazu ein Erlebnis schildern:
Ich traf im vergangenen Winter einen Künstler auf einem Markt in einer grossen Stadt, der seine selbstgefertigten Bronzefiguren an seinem Stand verkaufte und diese auch direkt vor Ort mit einem schweren Lötbrenner und einer aufwändigen Halterung, mit hoher Fachwerkskunst, fertigte. Viele Besucher des Marktes waren interessiert und blieben in der Nähe dieses Standes stehen, um das Herstellen und die ausgestellten Figuren aus der Nähe oder auch respektablen Entfernung zu begutachten. So auch meine Frau und ich.

Wir kamen mit dem Künstler ins Gespräch und an den Punkt als meine Frau ihn freundlich fragte, ob man denn von dieser Arbeit leben könne. Darauf gab es eine abrupte Pause und ein betretenes Schweigen trat ein.

Wir wunderten uns, denn die Frage schien eine einfache, wenn auch etwas vertrauliche, zu sein und die Erwartung eines Neins unsererseits war gross. Ging unsere Frage zu weit?  

Der Künstler legte sein Werkzeug zur Seite und unterbrach die Pause, indem er mit einem nachdenklichen Gesicht sagte: „es ist erstaunlich, dass sie dies fragen, denn diese Frage kam schon sehr lange nicht. Wahrscheinlich schon Jahre nicht. Früher kam diese Frage sehr oft. Ich möchte ihnen davon erzählen.“
Er fuhr fort: „Ja, ich kann mittlerweile davon leben. Es geht ganz gut und ich kann es mir erlauben nur noch auf zwei grosse Märkte im Jahr zu fahren. Ansonsten verkaufe ich die Figuren zuhause in den Bergen in meinem Haus und die Ausstellung dort ist auch immer nur kurz geöffnet. Teilweise auch nur auf Anfrage. Dennoch läuft das Geschäft prima und ich muss jetzt viel weniger reisen.
Anfangs war das ganz und gar nicht so. Ich ging auf viele Märkte, hatte dadurch viel Stress und kümmerte mich sehr, ob die Einnahmen stimmen werden und ich wirklich von diesem Betätigungsfeld leben könnte. Es war mein grosser Wunsch dies schnellstmöglich zu erreichen. Eine andere Tätigkeit interessierte mich schlicht nicht mehr.
Tauchten Kunden am Stand auf, hielt ich es fast nicht mehr aus, zuzusehen wie sie weiterzogen ohne zu Kaufen. Dann kamen schon die nächsten und wieder nichts. Ich überlegte, was könnte ich tun, um den Umsatz anzukurbeln und verwarf dann auch schon wieder vieles. Brauchte ich ein besseres Werbekonzept oder brauchte ich gar gänzlich andere Produkte? Die Fertigung der Bronzefiguren ist nicht gerade einfach und handwerklich sehr aufwändig. Häufig gehen beim Bearbeiten dann auch Figuren kaputt und das teure Material muss dann entsorgt werden, da es nicht weiter verarbeitbar ist. Aber ich bin von ganzem Herzen Künstler und von diesen Bronzefiguren vollständig überzeugt und es gibt nur wenige, die diesen Prozess des Herstellens beherrschen. Ich dachte damals: „Oh, je! Wie wird sich das nur entwickeln?“
Erst an dem Punkt als ich die Nervosität und Belastung bezüglich des Verkaufserfolges am Stand nicht mehr aushalten konnte, entschied ich mich, meine Gerätschaften einfach mitzunehmen und direkt vor Ort, am Stand, einen Grossteil der Figuren herzustellen. Direkt vor den Kunden. Somit war ich selbst abgelenkt und die Dinge konnten ohne meine stark belastende Nervosität ihren Lauf nehmen.
Und just von diesem Tage an lief der Verkauf schlagartig besser. Die Leute kamen näher, blieben länger, schauten mir beim Löten zu und mit vielen kam ich dadurch ganz entspannt in ein Gespräch. Die Umsätze stiegen wie von selbst und ich konnte mich am Ende nur noch auf einige wenige Märkte im Jahr konzentrieren und ansonsten von zuhause aus agieren. Jetzt habe ich viel mehr Zeit und kann mich endlich auch wieder meinen geliebten Hobbies widmen“.
Der Künstler grinste uns zufrieden an und nahm seine Arbeit wieder auf während wir noch nachdenklich und gleichzeitig erfreut über das Gesagte nachsannen und nach einigen Fotos, die wir noch machen durften, dann dankend verabschiedeten.
Ziele brauchen Aufmerksamkeit und damit Energie, um zur Blüte zu gelangen. Es benötigt Überzeugtheit von dem was man tut und die nötige Kompetenz und Konsequenz. Ist dies jedoch erreicht und gegeben, gilt es ab einem gewissen Punkt, dem Ganzen zu vertrauen und dann ein stückweit für das Gelingen loszulassen. Das richtige Mass ist dabei entscheidend. In diesem Sinne ist dann häufig weniger mehr. Meist wissen wir ganz genau was es braucht, wenn wir nach innen horchen und nicht in Aktionismus verfallen. Können wir dieses Vertrauen entwickeln, geschehen die passenden und stimmigen Dinge dann meist wie von selbst.
Sollte das angepeilte Ziel sich am Ende dennoch nicht erreichen lassen, gilt es auch dann die Verantwortung zu übernehmen und gegebenenfalls in eine leicht angepasste Richtung zu agieren. Möglicherweise war der Weg dann (noch) nicht der richtige für uns und es gibt andere Wege, die wir nur noch nicht gefunden haben. Wenn wir bei der Antwortfindung bewusst nach innen hören und uns wieder selbst vertrauen sind wir auf dem für uns jetzt richtigen Weg.